Vivy: Das kann die Gesundheits-App der Krankenkassen

Bestimmt habt ihr schon von der neuen elektronischen Gesundheitsakte gehört. Diese wird inzwischen von 16 verschiedenen Krankenkassen ihren Versicherten angeboten in Form der Smartphone-Anwendung Vivy. Was genau kann diese Gesundheits-App? Worin bestehen Vorteile und Risiken? Wir haben uns für euch ein wenig schlau gemacht und beleuchten neben den verschiedenen Funktionen auch das Thema Datenschutz.

Wer kann Vivy überhaupt nutzen?

Insgesamt 13,5 Millionen Krankenversicherte in Deutschland können die Vivy-App, die von einem Berliner Start-up entwickelt wurde, bereits nutzen. Dazu gehören die Kunden von 14 gesetzlichen und zwei privaten Krankenkassen. Dabei handelt es sich um die Allianz, die Barmenia, die DAK-Gesundheit, die IKK classic, die IKK Nord, die IKK Südwest, die BKK Bertelsmann, die BKK Diakonie, die BKK Dürkopp Adler, die BKK Gildemeister, die Heimat Krankenkasse, die HMR, die BKK Melitta Plus, die mhplus, die BKK Pronova sowie die BKK Stadt Augsburg. Wenn ihr also bei einer dieser Kassen versichert sein, spricht nichts gegen den Download der Anwendung. Diese könnt ihr euch entweder bei Google Play oder bei iTunes kostenlos herunterladen.

Was bringt euch die App?

Wenn ihr in Sachen Arzttermine eher unkoordiniert seid, könnte Vivy euch einen echten Mehrwert bieten. Denn die App erinnert euch zum Beispiel an Vorsorgeuntersuchungen oder anstehende Impftermine. Auch euren Impfpass habt ihr damit ab sofort in digitaler Form immer dabei. Zudem könnt ihr euren Medikationsplan eingeben und erfahrt direkt, ob Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Arzneimitteln zu befürchten sind. Vivy erinnert euch außerdem daran, eure Medikamente rechtzeitig einzunehmen.

Sämtliche Gesundheitsdaten wie Röntgenbilder, Laborwerte oder Befunde eurer Ärzte könnt ihr digital anfragen und in der App auf eurem Smartphone verwalten. Für etwaige Notfälle lassen sich Daten wie eure Blutgruppe oder etwaige Allergien eingeben, auf die der Notarzt im Fall der Fälle zugreifen kann. Eine Arztsuche sowie die Möglichkeit, im Rahmen eines persönlichen Gesundheitscheck eure Ernährung und Bewegung zu optimieren, runden das Leistungspaket der Gesundheits-App ab.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Gerade bei Smartphone-Apps ist der Datenschutz immer wieder ein heikles Thema. Die Entwickler der Anwendung, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte offiziell als Medizinprodukt zugelassen und vom TÜV Rheinland ein Zertifikat als sichere Plattform erhalten hat, versprechen wie üblich höchste Datenschutzstandards. So sollt ihr als Nutzer ganz alleine entscheiden, was mit euren angegebenen Daten geschieht.

Informationen aus der Anwendung sollt ihr zwar selbst etwa mit eurem Arzt teilen können, wenn dies notwendig ist. Auf der anderen Seite versprechen die Vivy-Macher jedoch, dass nicht einmal die beteiligten Krankenkassen an die Daten herankommen sollen. Auch das Entwicklerteam selbst soll keinerlei Zugriff haben. Computerexperten hingegen warnen bereits vor Sicherheitslücken. So sei unklar, mit welchen Servern sich die App zum Beispiel im Hintergrund verbinde und welche Daten übertragen würden. Bei einer solch konzentrierten Ansammlung an sensiblen Gesundheitsdaten könnten außerdem Hacker mit Hilfe von Viren oder Trojanern Unheil anrichten.

Vivy testen – oder lieber doch nicht?

Unter dem Strich gibt es sowohl gute Argumente, die für einen Einsatz der Gesundheits-App sprechen, als auch Punkte, die Vivy in einem eher fragwürdigen Licht erscheinen lassen. Praktisch und benutzerfreundlich ist die Anwendung allemal, wobei Nutzer in den App-Stores noch einige Probleme mit verschiedenen Funktionen beklagen. In ausgereifter Form dürfte Vivy euch als Krankenversicherten aber auf jeden Fall ein Plus an Komfort und vor allem eine sehr gute Übersicht über alles, was mit eurer Gesundheit zu tun hat, bieten.

In puncto Datenschutz werden Smartphone-Apps wohl niemals hundertprozentige Sicherheit und Transparenz garantieren können. Dies mag beim Thema Gesundheitsdaten einige davon abhalten, auf die neue Technologie mit ihrer umfangreichen Vernetzung zu setzen. Letztendlich müsst ihr aber für euch ganz persönlich entscheiden, welcher Aspekt euch unter dem Strich am wichtigsten ist. Auch wenn ihr Vivy nutzt, habt ihr schließlich immerhin einen Einfluss darauf, welche Daten genau ihr dort angeben möchtet und welche nicht.

Gutes teilen

Über den Autor

Der Halbfinne liebt das Reisen, wobei er als regelrechter Smartphone-Junkie niemals auf sein Mobiltelefon verzichten möchte. Technische Innovationen interessieren ihn nicht zuletzt auch deshalb, weil sie das ortsunabhängige Arbeiten leichter machen.

Weitere Artikel von René Schwarz.

Ähnliches

zum Shop zum Shop