Künstliche Intelligenz in Smartphones: Die Zukunft ist smarter

Google Assistant, Bixby, Siri und Alexa heißen die Sprachassistenten in aktuellen Smartphones und anderen mobilen Geräten. Sie beantworten Fragen und betätigen auf Wunsch Funktionen im Gerät. Doch künstliche Intelligenz kann mehr als Wetterdaten ansagen und Lieder erraten. Die voranschreitende Technologie öffnet eine Tür zu neuen Anwendungsbereichen wie Augmented Reality und intelligenter Bilderkennung. Mobilgeräte mit einem KI-Chip werden künftig viel mehr können als Pokemon Go.

 

Wie funktioniert künstliche Intelligenz?

Die ersten Grundsteine für künstliche Intelligenz wurden bereits in den 50er Jahren gelegt. Die Idee bestand seit jener Zeit darin, die menschliche Intelligenz nachzubilden. Dies ist jedoch keine einfache Aufgabe. Das liegt zum einen an der Komplexität des menschlichen Gehirns, und zum anderen am sogenannten Weltwissen, das sich jeder Mensch über die Jahre aneignet. So können Kleinkinder beispielsweise schon sehr früh zwischen einem Stuhl und einem Tisch unterscheiden, während dies für einen Computer weitaus weniger selbstverständlich ist. Das liegt daran, dass die Technik erst mit Daten gefüttert werden muss, bevor sie Schlüsse ziehen kann.

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Deep Learning

Künstliche Intelligenz ist ein abstrakter Überbegriff für praktische Methoden wie Machine Learning. Letzteres baut auf Algorithmen, die aus großen Mengen von Daten bestimmte Schlüsse ziehen können. Was dabei erfasst wird, muss manuell festgelegt werden. Handelt es sich beispielsweise um Bilderkennung, können entweder bestimmte Personen in einer Fotosammlung erkannt werden, oder der Algorithmus wird generell darauf trainiert, das Motiv zu erkennen; zum Beispiel Landschaft, Tiere oder Gebäude.

Deep Learning ist gewissermaßen eine Verfeinerung von Machine Learning. Hierbei wird die Struktur der menschlichen neuronalen Netze nachempfunden. Der Rechenvorgang wird hier deutlich komplexer, was auch dem sogenannten “Hidden Layer” zu verdanken ist, der die Entscheidungswege zwischen A und B durch eine zusätzliche, auf Wahrscheinlichkeit basierende Schicht ergänzt.

K.I. in Smartphones

Künstliche Intelligenz ist nicht erst seit neuestem Teil unseres Lebens. Zu intelligenten Systemen zählen beispielsweise Schachcomputer, Roboter in der Industrie, aber auch Sprach- und Schrifterkennung. Während unser Gehirn in seiner Gesamtheit noch zu komplex ist, um künstlich nachkonstruiert zu werden, werden einzelne Teilbereiche also immer besser von Maschinen bewältigt.

Im Smartphone zählt beispielsweise der Sprachassistent zu solchen intelligenten Anwendungen. Doch dafür musste bisher auf einen mit dem Internet verbundenen Server zugegriffen werden. Der Server ist in diesem Fall die eigentliche Recheneinheit. Das hat beispielsweise den Nachteil, dass der Nutzer auf eine Internetverbindung angewiesen ist.

Im Jahr 2017 wurde dann einiges anders. Inzwischen ist die Technologie in den Geräten selbst zu finden. Apple beispielsweise setzt im iPhone X den neuen A11 Bionic Chip ein. Dieser hat die Fähigkeit, die Tiefe des Bildes und damit die Objekte vor der Linse einzuschätzen. Damit können Gesichter und Mimik von Personen viel besser erfasst werden, was auf dem Gerät Funktionen wie die Gesichtserkennung (Face ID) oder animierte Emojis ermöglicht.

Huawei Mate 10 Pro: K.I. im Kirin 970

Auch Huawei setzt künstliche Intelligenz ein. Mit dem Huawei Mate 10 Pro ist das erste Gerät mit dem hauseigenen Prozessor Kirin 970 erschienen. Dieser ist weltweit der erste mit der so genannten NPU – Neural Processing Unit. Verglichen mit CPU (Central Processing Unit) und GPU (Graphic Processing Unit) ist die NPU weitaus mächtiger.

 

Auf dem Kirin 970 finden sich laut Huawei 5,5 Milliarden Transistoren auf einem Quadratzentimeter. Vergleichbar mit mehr Gehirnzellen bedeuten mehr Transistoren deutlich mehr Denkpower. So können verschiedene “Denkvorgänge” parallel ausgeführt werden. Das resultiert in höherer Geschwindigkeit und einer gesteigerten Rechenkapazität. In der Praxis hat das mehrere Vorteile:

 

  • Leistungsfähiger und trotzdem stromsparend: Weil der neue Prozessor effizienter mit komplexen Aufgaben arbeitet, wird weniger Energie verbraucht.
  • Bessere Ressourcenverteilung: Apps, die häufig genutzt werden, bekommen mehr Rechenleistung. Dabei lernt das Handy aus dem Verhalten des Nutzers und priorisiert entsprechend. So kann potenziell auch die Lebensdauer des Geräts verlängert werden.
  • Bessere Kamera: Das ist einer der wichtigeren Aspekte für viele Nutzer. Die Kamera des Huawei Mate 10 Pro erkennt das Motiv und passt die Fotoeinstellungen entsprechend an. Je nachdem, ob man gerade Essen, Blumen oder sich selbst fotografiert, werden unter anderem die Belichtungszeit, der ISO-Wert und die Sättigung automatisch eingestellt. Damit werden die Fotos schöner. Allerdings ist im Mate 10 Pro auch eine ordentliche Kamera verbaut. Für das neue Flaggschiff hat der Hersteller nämlich mit Leica zusammengearbeitet.
  • Mehr Power für intelligente Anwendungen wie Übersetzer-Apps: Zusammen mit Texterkennung kann man sich mittels Kamera beispielsweise Straßenschilder übersetzen lassen.

 

Das Potenzial des Kirin 970 ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Das Mate 10 Pro ist mit der NPU für komplexere Lösungen gewappnet. Bereiche wie Augmented Reality (siehe zum Beispiel Pokemon Go) stecken zwar noch in den Kinderschuhen, werden in den nächsten Jahren aber sicherlich von der neuen Prozessor-Power profitieren.

Gutes teilen

Über den Autor

Weitere Artikel von Rune.

Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*

Ähnliches

zum Shop zum Shop