Die nervigsten WhatsApp-Kettenbriefe und die beste Antwort darauf

Eigentlich sind sie ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert: Kettenbriefe. Früher wurden sie noch ganz oldschool mit der Post versendet, heute braucht man keine zwei Klicks, um sie via Facebook, SMS oder WhatsApp weiterzuleiten – und Geld für Briefmarken muss auch niemand mehr ausgeben. Wir haben uns einmal die gängisten Kettenbrief-Strukturen angeschaut und tatsächlich die einzig wahre Antwort gefunden, wie man auf so eine nervige Nachricht reagieren sollte.

Zwischen Abzocke und Gruselmärchen nach dem Schneeballprinzip

Kettenbriefe funktionieren nach dem Schneeballsystem: Jeder Empfänger sendet eine Kopie der Nachricht an mehrere Personen weiter und verbreitet sie so schneller als ein Grippevirus. Hier ein Rechenbeispiel: wenn ein Empfänger einen Kettenbrief an zehn weitere Personen weiterleitet und jeder dieser Empfänger den Brief ebenfalls an zehn Adressaten weitergibt, dann ergeben sich nach nur fünf Empfängern schon 100.000 verschickte Nachrichten!

Die Inhalte der Kettenbriefe können dabei völlig unterschiedlich sein; von schmalzigen Freundschaftsbekundungen über obskure Geldversprechen bis hin zu grausigen Horror-Geschichten ist alles Erdenkliche mit dabei. 2014 kursierte zum Beispiel ein Kettenbrief über WhatsApp, der vorgab, von Jim Balsamico zu kommen, dem CEO von WhatsApp:

Wir haben zu viele Nutzer auf WhatsApp. Wir bitten alle Nutzer, diese Botschaft an die gesamte Kontaktliste weiterzuleiten. Wenn Sie nicht weitergeleitet wird, betrachten wir Ihr Konto als ungültig und es wird innerhalb der nächsten 48 Stunden gelöscht. Bitte diese Meldung NICHT ignorieren, sonst wird WhatsApp die Aktivierung ihres Kontos nicht mehr erkennen. Wenn Sie ihr Konto wieder aktivieren wollen nachdem es gelöscht wurde, wird eine Gebühr von 25,00 Euro auf Ihre monatliche Rechnung hinzugefügt.

Die nervigen Nachrichten laufen immer nach Schema F

Natürlich war diese Meldung ein Fake – wie der Großteil aller WhatsApp-Kettenbriefe. Der Aufbau ist immer der gleiche: Meldung X muss in einem bestimmten Zeitraum weitergeleitet werden, sonst passiert etwas Schlimmes. Im Kettenbrief oben ging es um eine Zahlung von 25 Euro, bei vielen anderen Kettenbriefen droht dem Empfänger wesentlich Drastischeres, wenn die Nachricht nicht weitergeleitet wird:

WARNUNG! Weiterlesen! Oder du wirst sterben, selbst wenn du nur das Wort Warnung betrachtest. Es war einmal ein kleines Mädchen namens Clarissa. Sie war zehn Jahre alt als sie in eine Psychiatrie eingewiesen wurde. Sie hatte ihre Eltern getötet. Doch nichts konnte sie aufhalten. Sie brachte alle Mitarbeiter in der Psychiatrie um, sodass die Regierung beschloss sie nunmehr loszuwerden. In einem speziell eingerichtetem Raum versuchten sie sie zu töten, so menschlich es ging. Aber es ging schief. Irgendwas war mit der Maschine nicht in Ordnung. Und so saß sie dort in Agonie, stundenlang. Bis sie starb. Wer diesen Brief liest wird am Montag um 12:00 von ihr besucht. Sie kriecht in dein Zimmer und schneidet deine Kehle durch. Du wirst schmerzhaft verbluten. Wie sie selbst. Sende diesen Text an 10 andere Personen und sie wird dich nicht verfolgen. Das wird nicht deine schlechteste Entscheidung sein. Wenn du es innerhalb von 10 min 10x kopierst und an andere Personen weiterleitest, dann wird morgen der beste Tag deines Lebens. Du wirst entweder geküsst oder einfach nur glücklich sein. Wenn du diese Kette unterbrichst, wirst du heute Abend in deinem Zimmer ein kleines totes Mädchen sehen.

Selbstverständlich sind Storys wie diese frei erfunden und dürften den allermeisten Lesern maximal ein müdes Schulterzucken entlocken – doch gerade junge Internetuser werden von Geschichten wie diesen regelmäßig in Todesangst versetzt. „Die Erfahrung zeigt, dass Kinder sich durchaus durch solche Nachrichten einschüchtern lassen“, so Verena Weigand von der Stiftung Medienpädagogik Bayern gegenüber dem Münchner Merkur, „vor allem dann, wenn die Nachrichten einen hohen Realitätsgrad oder einen Bezug zur Lebenswelt aufweisen.“

Fast alle Kettenbriefe sind ein Fake

Es sei deshalb wichtig, dass Eltern ihre Kinder über die Gefahren von derartigen Kettenbriefen aufklärten – und klar machen, dass Geschichten wie diese absoluter Unsinn sind. Vielleicht hilft es auch, Geschichten aus der eigenen Kindheit und Jugend zu erzählen; fast jeder war in seinem Leben schon einmal mit einem Kettenbrief konfrontiert – und auch wenn wir ihn nicht weitergeschickt haben, ist dennoch kein Unglück passiert.  
Experten empfehlen zudem, Kindern für den Anfang zunächst ein nicht internetfähiges Handy mit Prepaid-Karte zu kaufen; damit erübrigt sich die Gefahr durch virtuelle Kettenbriefe von selbst.

Ist man trotzdem unsicher, ob eine Nachricht echt oder ein Fake ist, kann man die ersten paar Zeilen in eine Suchmaschine eingeben – in der Regel lässt sich eine Falschmeldung damit sehr schnell aufspüren. Außerdem gibt es diverse Organisationen, wie zum Beispiel Watchlist Internet, die aktuelle Internet-Fakes auflisten.

Die nervigsten WhatsApp-Kettenbriefe – und die einzig wahre Antwort darauf

Typ 1: Präpubertät. Man braucht schon viel Langeweile, um so etwas tatsächlich auszufüllen (Gefunden hier)

„Nenne mir einen Buchstaben und ich sage dir, welche Aufgabe du erfüllen musst”:

A: Erzähl mir ein Geheimnis von dir!

B: Mach ein Foto von dir bei dem Du einen Zettel in der Hand hältst wo mein Name drauf steht!

C: Beschreibe mich mit 10 Sätzen!

D: Benote mein Aussehen von 1-10!

E: Mach ein Video in dem du sagst wie geil ich bin & sende mir!

F: Schreib mir mit welchen Tier du mich vergleichst & beschreibe warum!

G: Ruf mich an & sag mir, dass du mich liebst!

H: Sag mir wie viel % von 100 ich dir wert bin!

I: Dein/e wievielt beste/r Freund/in bin ich?

J: Zu wie viel Prozent willst du, dass wir in einer Klasse sind?

K: Mach mir einen “Du bist….”-Satz der mind. 200 Wörter hat!

L: Hab ich Chancen bei dir?

M: Wir gehen zusammen ins Kino!

N: Bewerte mein Aussehen in Schulnoten!

O: Mach ein Video, bei dem du ein Kuscheltier küsst!

P: Fotografier den Ausblick aus deinem Fenster & sende mir das Bild!

Q: Sag mir Dein größtes Geheimnis!

R: Sag mir, wie alt du mich schätzen würdest, wenn wir uns nicht kennen würden!

S: Mach ein Video wie du dein Handy verprügelst & sends mir!

T: Wir gehen tanzen!

U: Wir unternehmen was!

V: Komm wir singen

W: Sag mir, welchen Film du mit mir in Verbindung bringst!

X: Schick mir ein Bild von dir was nur meins ist!

Y: Erzähl mir das peinlichste was dir je passiert ist bisher!

Z: Schreib mir einen langen Text was du über mich denkst (mind. 333 Wörter!)

Typ 2: Tante Elsbeth hat am Sonntag Nachmittag Langeweile. Nett gemeint, aber unglaublich nervig.

Es gibt ungefähr 20 Engel…

10 schlafen friedlich auf ihrer Wolke…

9 spielen voller Freude…

…und einer liest gerade diese Nachricht!

Sende diese Nachricht an 10 weitere Engel!

Typ 3: Der “Anti-Kettenbrief” – in diesem Fall die ultimative Antwort auf die WhatsApp-Störungen (Gefunden hier)

Ich möchte allen danken, welche mir während des ganzen Jahres Kettenmails gesendet haben.

Dank eurem Wohlwollen habe ich folgendes erlebt:

  1. Ich las 170 mal, dass MSN Hotmail mein Konto löschen wird.
  2. Ich werde ca. 3000 Jahre Unglück haben und bin bereits 67 Mal gestorben, weil ich nicht alle Mails weitergeleitet habe.
  3. Wenn ich aus der Arbeit komme, schaue ich niemanden an, weil ich Angst habe, dass mich jemand in ein Hotel verschleppt, mir Drogen verabreicht und mir anschließend eine Niere entfernt, um diese auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
  4. Ich habe sämtliche Ersparnisse auf das Konto von Amy Bruce überwiesen. Ein kleines, armes Mädchen, welches bereits mehr als 7000 Mal schwerkrank im Krankenhaus lag. (Es

ist seltsam, aber dieses kleine Mädchen ist seit 1995 immer 8 Jahre alt…)

  1. Mein gratis GSM Nokia ist leider auch nie angekommen, genau so wie all die gewonnenen Gratiseintritte.
  2. Ich habe meinen Vornamen hundert mal, zusammen mit 3000 anderen auf eine Petition geschrieben und habe damit vielleicht eine bedrohte Spezies vom nackten Zwergeichhörnchen aus Weißrussland vor dem Aussterben bewahrt .
  3. Ich kenne das Rezept, welches garantiert, nie mehr einsam zu sein und die ewige Liebe zu finden: Es reicht, den Vornamen einer Person auf ein Papier zu schreiben und ganz fest an sie zu denken. Gleichzeitig muss man sich am Arsch kratzen und die Zeiger einer Uhr im Gegenuhrzeigersinn drehen und das während man um einen Peugeot 404 herumtanzt. (Es ist nicht einfach einen Peugeot 404 zu finden)
  4. Ich habe mindestens 25 Bände über die Weisheiten des Dalai Lama gelesen und mir mindestens 4690 Jahre Glück und Gesundheit damit angeeignet.
  5. Nicht zu vergessen, die 50 Male während denen ich meinen Bildschirm Tag und Nacht nach dieser berühmten Nachricht absuchen musste, welche den gefährlichen Virus enthalten sollte, bei dem sogar Microsoft, Mac Affee, Norton Symantec etc. unfähig wären, ihn aufzuspüren und zu neutralisieren….und welcher in der Lage wäre meine Festplatte zu zerstören und die Stereoanlage, den Fernseher, den Staubsauger und die Kaffeemaschine zu pulverisieren.

WICHTIG : Wenn Du diese Mail nicht innerhalb 10 Sekunden an mindestens 8734 Personen weiterleitest, wird ein aus dem Weltall kommender Dinosaurier morgen um 17:33 Uhr Deine gesamte Verwandtschaft auffressen!

 

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Über den Autor

Gidon Wagner ist Online-Journalist und schreibt bei Sparmag über Smartphones, Hardware und alles, was digital ist und Spaß macht.

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Kommentare

Biggi 10. Dezember 2015

Klasse geschrieben und beschrieben! Danke!
Ich finde diese Kettenbriefe auch unerträglich!

Allerdings ist es eine echte Sauerei, wenn sowas bescheuertes an z.B. unter 10 jährige geschickt wird und die dann tatsächlich diesen hirnverbrannten Mist glauben!
Auch wenn ich glaube, dass es den Kindern dann zu Hause an entsprechender Kommunikation und Rückenstärkung fehlt, denn selbstbewusste Kinder fallen auf so nen Mist nicht rein!
Hab den Artikel aber gerne weitergeleitet, vielleicht hilft das ein paar Leuten!

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